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mixing with the locals in Malawi

In Zambia standen wir vor der Entscheidung: entweder 3-5 Tage Zugfahren quer durchs Land bis nach Tansania (die genaue Fahrtdauer haengt immer von den Pannen des Zuges ab) oder in Etappen ueber Malawi nach Tansania gehen. Wir entschieden uns fuer die Etappenvariante. Ganz so ferrosexuell gepraegt sind wir einfach nicht. So fuhren wir vom Sueden Zambias mit Minibussen nach Malawi.

Lake Malawi im Sonnenuntergang

An der Grenze die erste Herausforderung. Ich durfte problemlos einreisen, aber Schweizer benoetigen ein Visum, dass es neuerdings (oder war es die Laune des Grenzbeamten) nicht mehr an der Grenze gibt. Er wollte Markus einfach nicht einreisen lassen. Nach 1 Stunde Diskussion und Warten und Diskussion konnten wir ihn mit 100$ bestechen. Wir bekamen ein Formular, mit dem wir innerhalb von 3 Tagen ins Immigrationbuero in Lilongwe mussten. Es sind schon Schweine. Das ist ein ganz regulaerer Vorgang, aber der Beamte weigerte sich einfach, das Ganze ohne Geld abzuwickeln. Welcome to Africa! Es war fuer uns guenstiger,

Kontraste in Lilongwe

das Geld zu zahlen, als umzudrehen und so waren wir erst mal froh, in Malawi zu sein. So holprig, wie dieses Land uns empfing, ging es dann weiter. Mit dem Minibus fuhren wir nach Lilongwe, fanden ein schoenes Zimmer - aber nur fuer 1 Nacht. Also genossen wir den Abend in zivilisierter Umgebung und suchten am naechsten Tag ein Zimmer. Dann verbrachten wir den gesamten Vormittag plus einen Teil des Nachmittags im Immigrationsbuero, mussten nochmals 70$ fuer das Visum bezahlen, bevor wir Lilongwe anschauen konnten. Fuer uns ist es eine Stadt voller Kontraste. Eine Armut herrscht hier teilweise wie in Bolivien. Auf der anderen Seite gibt es einige wunderschoene Ecken mit Cafes, Restaurants und Business-Menschen. Direkt hinter dem Hotel dann ein verfallener Markt, ein dreckiger Fluss, in dem Leute Waesche waschen und viele Waisenkinder. Ja, wir schluckten einige Male. Fotos machten wir von dieser Seite keine. Es war zu gefaehrlich, die Kamera bei sich zu tragen.

Nkhata Bay - Aussicht von unserem Zimmer

Nach 2 Tagen fuhren wir mit dem lokalen Bus weiter gen Norden in die beruehmte Nkhata Bay am Lake Malawi. Die 8stuendige Busfahrt war turbulent und wuselig und wir waren froh, irgendwann aus dem Bus mit den tausend Geruechen aussteigen zu koennen. Der Ort selber war noch wuseliger und so ein richtiger Backpacker Siffort. Wir fanden eine ganz ordentliche Unterkunft und waren noch froh - es haette alles schlimmer kommen koennen. 1 Tag ruhten wir uns an dem See aus, spazierten durch den Ort und genossen die Aussicht. Es ist ganz nett, aber es riss uns nicht vom Hocker. Dann fuhren wir weiter in den noerdlichen Hauptort Mzuzu. Wir uebernachteten in einer sehr huebschen Unterkunft bei Einheimischen, leider war nur die Wasserpipeline kaputt und wir hatten kein fliessendes Wasser. War recht unangenehm, v.a. als dann der Strom auch noch ausfiel. Aber, schlimmer geht es ja immer - und so kam es auch. Am naechsten Tag fuhren wir 3 Stunden mit dem Minibus nach Karonga im Norden. 19 Leute gequetscht im Bus ueber eine kurvenreiche Strecke. 2 Damen und 1 Kind neben mir uebergaben sich die ganze Fahrt lang. Ich hatte schon immer Angst, mir laeuft bald alles ueber die Schuhe. Ueber die Gerueche will ich lieber nichts schreiben - es war eine

Rezeption unserer Unterkunft in Mzuzu

grausame Fahrt. Aber irgendwann ging sie vorueber und wir sassen noch 1 Stunde im Taxi an die Grenze und konnten unsere eigenen Magen beruhigen. 5 Tage Malawi waren vorueber. Es war ein Erlebnis. Wir ueberlebten das wuselige und arme Land. Ein Land, in dem die Menschen (im Gegensatz zur allgemeinen Meinung) genug zu essen haben - aber die Menschen sind v.a. arm an Bildung. Kein Hilfswerk muss in diese Region Essen schicken. Was es dringend braucht ist Bildung - das faengt bei Hygiene an. Wir sprachen lange mit einem sehr netten Oberstufenlehrer im Bus. Er konnte uns viel ueber das Land erzaehlen, aber dennoch war es irgendwie, als wuerden wir mit einem Kind sprechen. Er konnte gut Englisch, nur die Wortwahl und das Bildungsniveau selbst bei dem Lehrer war nicht hoeher als das eines Kindes. Es war erschreckend fuer uns und gleichfalls eine grosse Erfahrung.


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Nina Beranek + Markus Jurt

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