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Horrible Easter Days - hating Australia: robbed in Perth!

Nachdem uns Australien anfangs nicht wirklich gefallen hat, waren wir mit den Schoenheiten im Outback und unserer Abenteuertour wieder halbwegs mit diesem Land versoehnt. So nahmen wir den Flug nach Perth und hatten ein recht gutes Gefuehl bei der ganz schoenen Stadt. Zuerst einmal wuschen wir den Outbackstaub aus unseren Klamotten, bereiteten unsere Afrikareise vor und freuten uns riessig, am Osterdienstag nach Kapstadt aufzubrechen. Hotel dort war reserviert und wir waren froh, halbwegs im Budget liegend nun das Kapitel Australien hinter uns zu lassen - ein Land, das wir nun bereist haben, aber in das wir nicht allzu schnell zurueckkehren wollen. Aber es kam alles ganz anders....

Skyline of Perth

Es blieben uns noch ein paar Tage Zeit und so mieteten wir uns ein Auto, um ein wenig in den Suedwesten der Westkueste zu fahren fuer 3 Tage. Diese Kueste ist ja vielgelobt. So duesten wir los, kauften im Supermarkt das Futter ein und kamen dann an die Mullaloo Beach, ein wenig noerdlich von Perth. es ist ein tolle Villengegend und auf einem bevoelkerten Parkplatz stellten wir unser Auto ab. Wir gingen 30-40 Minuten am Strand

So fanden wir unser Auto 15 min. später wieder vor

spazieren, der wirklich wunderschoen war. Als wir zurueckkamen kam uns ein Mann mit seinem Sohn aufgeregt entgegen. Unser Auto sein aufgebrochen worden. Ein anderes Ehepaar wartete auch auf uns. Sie hatten den Taeter noch ueberrascht, konnten ihn beschreiben, aber leider nicht seine Autonummer lesen. So standen wir vor der zerschlagenen Fensterscheibe der Fahrertuer und dem geoeffneten und leergeraeumten Kofferraum. Markus grosser Rucksack war weg, sein Tagesrucksack und mein Tagesrucksack. Mein grosser Rucksack war noch da und gluecklicherweise Markus seine Dokumente sowie mein Geldbeutel mit den Kreditkarten. Die Kamera und Bargeld hatten wir bei uns. Aber die teuren Klamotten von mir (Gorejacke, Goreregenhose) sowie das neue GPS, unser Laptop, der Katadynfilter meine gesamten Dokumente (Pass, Flugtickets und der Impfausweis) - alles auch weg. Wir gingen sofort zur Polizei. Fuer die war das normal. Aber verdammt - in jedem Reisefuehrer, den wir in der Hand hatten, wird die schoene idylische Westkueste und die freundliche Grossstadt Perth nur gelobt. Auf der Touristeninfo haengt keine Warnung. An

der schöne Mullaloo Beach

den Parkplaetzen an der Kueste wird nur vor Schlangen gewarnt und das Auswaertige Amt, das ueber alle moegliche Einbruchregionen berichtet, hat darueber keine Info. Und die Polizei sagt uns, dass dies taeglich mehrfach vorkommt, v.a.bei Touristen. Na ja, hilft alles nichts - unser Zeug war weg. Da es Donnerstagnachmittag vor Ostern war, beeilten wir uns, noch schnell auf das Deutsche Konsulat zu kommen. An der Tuer ein grosses Schild: geschlossen bis Dienstag. War mir egal, ich ging rein. Die sind ja schliesslich da, mir in Notfaellen zu helfen. Aber die deutsche Buerokratie geht bis ans andere Ende der Welt. Die frustrierte Dame, kurz vor der Rente stehend, erzaehlte mir von ihrem schrecklichen Job, sie habe so viel zu tun und es sei einfach geschlossen. Sie kann mir nicht helfen und ich muss meinen Flug sowieso streichen. Ich erstritt mir wenigstens alle Formulare, die es auszufuellen gilt. So konnte ich ueber Ostern alles vorbereiten, Passfotos machen, Passkopie organisieren (Danke, Manuel, fuers schnelle zufaxen) etc.. Danach gingen wir erst einmal auf unterkunftssuche und landeten ein Glueck in einem sehr schoenen, freundlichen Hotel mit kostenlosem Internet. Die netten Rezeptionsleute kopieren fuer uns

Passfotos machen für den neuen Pass...

alles kostenlos und sind sehr freundlich. Abends goennten wir uns einige Bierchen. Der Hunger war uns vergangen, aber die Bierchen halfen, ein wenig zu schlafen. Am Karfreitag fuhren wir dann nochmals an den Ort des Geschehens und klapperten alle Parkplaetze und Parks ab, um zu pruefen, ob der Dieb vielleicht gemerkt hat, dass er ueberwiegend fuer ihn nutzlose Dinge gestohlen hat und diese vielleicht irgendwo hin geworfene hat. Aber, das war die Nadel im Heuhaufen suchen und nach 6 Stunden gaben wir erschoepft auf. Am Ostersamstag gingen wir dann erst einmal das Noetigste erledigen: Passfotos fuer mich machen, bei der Post die Einzahlung fuer den neuen Pass erledigen (laeuft ueber Postschecks hier), Markus ein paar Unterhosen, Zahnbuerste, Rasierer, T-Shirts, Hosen etc. kaufen. Wir werden sicherlich nicht alles ersetzen, aber mal das Notwendigste. In einem Laden hatten wir besonders Glueck - wir fanden dort einen eee Asus PC fuer ca. 270 CHF. Es war eine 1taegige Osteraktion. So haben wir einen neuen Laptop, auch wenn er nicht mehr gruen sondern schwarz ist. Aber so haben wir nun auch wieder etwas zum Surfen

unser rettender Engel im Sullivans Hotel

und ich kann mein verlorenes Tagebuch der letzten 3 Monate nacharbeiten. Das lenkt ab, immer wieder an die Situation zu denken. Sonntag und Montag waren dann richtig dumme Tage. Wir koennen fast nichts tun, es ist alles geschlossen. Wir gingen zum Flughafen, um unseren Flug zu verschieben, da ich ja noch auf meinen Pass warten muss. Der Qantas Service war mal wieder katastrophal. Sie weigerten sich und nur mit viel Streit konnten wir wenigsten den Flug am Dienstag nach Jo'burg auf den 24.4. verschieben, den Anschlussflug nach Kapstadt muessen wir aber bei British Airways verschieben, die jedoch in Perth nur telefonisch zu normalen Geschaeftszeiten (also ab Dienstag) erreichbar sind. Uns wuerde bei No-Show das ganze Ticket verfallen und die Idioten von Qantas wollten keinen Flug verschieben. Wenn man dann aber sagt, sie sollen das schriftlich bestaetigen, damit wir kostenlos ein neues Ticket von Qantas erhalten, dann geht die Verschiebung wenigstens zum Teil. Den Anschlussflug nach Kaptstadt muessen wir dann eben am Dienstag regeln; aber das sollte uns zeitlich ganz knapp vor dem Verfall des Tickets reichen. Es ist wie in einem schlechten Film.

auf dem Buskers Festival in Freemantle

Wir versuchen nun, nachdem wir hier festsitzen und eigentlich nichts anderes wollen, als aus Australien weggehen, irgendwie das Beste aus der Situation zu machen. Am Samstag schauten wir uns noch Fremantle an und fanden noch ein paar guenstige Klamotten und einen Rucksack fuer Markus. Am Ostermontag schliefen wir erst mal Ewigkeiten aus, spazierten durch den Kings Park. Leider fing es nach Monaten hier an zu regnen und so sassen wir im Hotel fest (heute ist hier wiirklich alles sonst geschlossen). Also nutzten wir die Zeit, via Internet einiges zu regeln und lasen im neu gekauften Afrika-Reisefuehrer (der alte war ja auch weg). Essen gehen wollen wir nichts, denn zu allem Ueberfluss ist hier an Feiertagen alles 10-15% teurer als sonst. Die Idioten nennen das Holiday-Surcharge. Wir sind gerade froh, dass wir noch umsonst atmen duerfen ;-).

die Deutsche Bank in Perth ;-)

Wie die naechsten Tage aussehen und wann wir endlich nach Afrika gehen koennen entscheidet sich morgen auf dem Konsulat und im Qantas-Buero. Wir hoffen bald.


Jedenfalls hoffen wir bald ueber die Situation lachen zu koennen. Irgendwie war es schon bitter, als Markus nackt auf dem Bett lag und ich seine einzigen Klamotten waschen musste, bevor wir wieder aus dem Hotel gehen konnten. Aber irgendwann werden wir wohl darueber lachen koennen. Es gehoert eben alles zu einer solchen Reise, auch wenn man wirklich darauf verzichten koennte. Es fing ja alles so problemlos an bei dieser Reise.

Kormoran trocknet

Also, wenn Ihr mal nach Australien reist oder jemanden kennt, bitte warnt denjenigen vor der Westkueste. Ich war innerhalb von 4 Tagen die sechste Deutsche auf dem Konsulat, die ausgeraubt wurde. Es ist hier brutal! Und das Beste: kein Tourist scheint das zu wissen, alle parken ihre Camper und Autos genauso wie wir am Strand. Manche haben Glueck, anderen geht es dann wie uns. Irgendwie scheinen die Australier damit Geld zu verdienen, wenn die Touristen laenger als gewollt hier haengen bleiben............



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